Der portugiesische Jakobsweg ist eine Pilgerroute, die von Porto in Portugal nach Santiago de Compostela in Spanien führt. Der Küstenweg (Senda Litoral) führt in weiten Teilen wunderschön direkt an der Atlantikküste entlang. Insbesondere die spanische Küche ist eher fleischlastig. Aber es gibt dennoch etliche vegane Optionen, so dass man auch als Veganer nicht nur Brot essen muss.
Von Wolfgang Hesseler
Es gibt drei verschiedene portugiesische Jakobswege von Porto nach Santiago de Compostela: Den Zentralweg über Tui, den Küstenweg und den Camino Senda Litoral. Letzterer wurde erst nach dem Küstenweg gebaut und führt zum großen Teil direkt am Strand der Atlantikküste entlang, anfangs meist über Holzplanken. Ein traumhafter Weg mit fast ständigem Blick auf das Meer zur linken Seite. In Portugal habe ich die spirituelle Variante gewählt, was die Strecke etwas verlängert.
Meine Tagesetappen:
- Gleich nach der Ankunft die erste kleine Etappe auf dem Camino Portugues Küstenweg von der Kathedrale in Porto bis Matosinhos. 13,68 km sagt der GPS Tracker.
- Von Matosinhos nach Póvoa de Varzim. 33,58 km bin ich gegangen sagt der GPS Tracker. Der Weg führt an der Atlantikküste vorbei mit schönen Ausblicken. Unschön war er starke Gegenwind von Norden. Teilweise nahm er Sandkörner mit, die wie kleine Nadelstiche auf die Haut prasselten. Mein linkes Ohr ist immer noch nicht ganz von Sand befreit.
- Von Póvoa de Varzim nach Esposende. 26,12 km bin ich gegangen sagt der GPS Tracker. Rund die Hälfte der Strecke führte nicht mehr an der Küste entlang, sondern weiter ab davon, u.a. vorbei an einem Golfplatz. Der Wind hat zum Glück inzwischen nachgelassen.
- Von Esposende nach Viana do Castelo. 27,07 km bin ich gegangen laut GPS Tracker. Rund die Hälfte der Strecke führte durch wenig attraktive Wohngebiete, die andere Hälfte durch den Wald.
- Von Viana do Castelo in Portugal nach A Guarda in Spanien. Nun heißt der Gruß nicht mehr Bom Caminho sondern Buen Camino. 37,23 km bin ich gegangen laut GPS Tracker, aber rund 2 km davon waren eine Bootsfahrt über den Grenzfluss nach Spanien. Es war heute alles dabei: Küste, Wald, Stadt, Trampelpfade und zum ersten Mal seit Tagen wieder etwas mit Motor.
- Von A Guarda nach Baiona. 32,47 km bin ich gegangen laut GPS Tracker. Der Weg ging meist parallel zur Küste, aber nicht direkt daran vorbei auf Stegen wie in Portugal.
- Von Baiona nach Vigo. 29,99 km bin ich gegangen laut GPS Tracker. Ich habe den Weg an der Küste vorbei gewählt. Dieser ging teilweise durch den Sand an Stränden. Insbesondere die Strände nahe Vigo waren wegen des Feiertags in Galizien gut besucht.
- Von Vigo nach Pontesampaio. 26,54 km bin ich gegangen laut GPS Tracker. Die Strecke verlief nicht direkt an der Küste, sondern primär durch Waldgebiete mit viel auf und ab.
- Von Pontesampaio nach Combarro. 28,04 km bin ich gegangen laut GPS Tracker. Hinter Pontevedra bin ich auf die Spirituelle Variante des portugiesischen Jakobswegs gewechselt. Die Strecke führte oft durch Waldgebiete, erst zum Schluss wieder an die Küste nahe Combarro. Pontevedra war das erste städtische Highlight des heutigen Tages. Die Stadt liegt nördlich von Vigo und hat rund 85000 Einwohner. Kleine Plätze, wappengeschmückte Herrenhäuser mit Arkaden und alte Kirchen sind die Sehenswürdigkeiten der mittelalterlichen Altstadt. Auch das Fischerdorf Combarra ist wirklich sehenswert und durchaus eine Reise wert, auch ohne Jakobsweg. Da die Flächen für den Ackerbau aufgrund der Bodenbeschaffenheit begrenzt waren, wurden die Wohnhäuser auf der Bodenplatte aus Granit gebaut, die sich wie ein Halbmond ins Meer schiebt. Galicien ist bekannt für die Hórreos, die rechteckigen Speicher auf Stelzen. Diese dienten dazu, Getreide oder Fisch zu trocknen und so zu lagern, den Nagetiere nicht erreichen können. Dass so viele Hórreos neben den Häusern direkt am Meer errichtet wurden, ist eine Besonderheit hier in Combarro.
- Von Combarro nach Vilanova de Arousa. Eine harte Etappe mit 36,13 km laut GPS Tracker. Gleich zu Anfang gab es eine Steigung von nahe 0 auf 430 Höhenmeter. Vorbei ging es u.a. am Kloster Armenteira und lange Zeit an einem Bachlauf, später am Rio Umia vorbei über Weinanbau-Felder bis zur Küstenstadt Vilanova de Arousa.
- Von Pontesecures via Padrón nach Santiago de Compostela. 31,20 km bin ich heute gegangen laut GPS Tracker. Eine Besonderheit der Spirituellen Variante des Portugiesischen Wegs ist die Bootsfahrt von Vilanova de Arousa bis Pontecesures, etwa 27 km lang. Die Bootsfahrt führt zunächst über die Ría de Arousa und danach über den letzten schiffbaren Abschnitt der Ulla, genau wie damals das Boot, das die Überreste des Apostels Jakobus transportierte. Das Boot kann nur bei Flut fahren, die Abfahrtszeiten sind also tãglich anders. Von Pontesecures sind es rund zwei Kilometer bis Padrón, der Stadt die den Pimientos de Padrón ( Bratpaprika) ihren Namen gegeben hat. Die Pimientos de Padrón sind vegan und ich kann sie nur empfehlen.

Man kann sich in Spanien und Portugal günstig vegan in der Supermarktkette Mercadona versorgen. Ich empfehle den Aioli Kartoffelsalat und den Taboulé. Die meisten Pilgerherbergen haben heute auch eine vegane Option.

